Online-Gottesdienste

 

Gottesdienst am 10. Mai 2020, Matthäuskirche
Thema: „Gewinner oder Verlierer?“, Predigttext: Markus 8,34-38; der Gottesdienst-Live-Mitschnitt wurde nur um die beiden Lieder gekürzt, die er enthielt. Hier geht’s zum Gottesdienst:

Und hier geht’s zu einem der beiden Liedern, die Teil des Gottesdienstes waren:


Gottesdienst am 3. Mai 2020, Matthäuskirche
Leider gab es beim Video-Mitschnitt des Gottesdienstes Ton-Probleme, so dass wir diesmal kein Video anbieten können. Hier sind aber zwei Gottesdienstelemente zum Nach-Hören:

Zum einen die Kurzfassung der Predigt:

 

Und zum anderen das Lied nach der Predigt:


Online-Gottesdienst am 26. April 2020

Start ist um 10:30 Uhr!

Mit Livechat!!! – Hier können Sie am Chat teilnehmen.

Und hier ist das Predigtmanuskript: 26.04.2020 (Mk 7,31-37)


Online-Gottesdienst am 19. April 2020

… und hier noch einmal das Predigt-Manuskript zum Nachlesen: 19.04.2020 (Mk 7,1-13)


Online-Gottesdienst am 12. April 2020 (Ostersonntag)


Online-Gottesdienst am 10. April 2020 (Karfreitag)


Onlineandacht am 9. April 2020 (Gründonnerstag)

Und zum Nachlesen: Gründo.-Andacht Mt 09.04.2020 (Mk 14,17-26)


Onlineandacht am 05. April 2020

Und hier das Predigtmanuskript im pdf-Format: Predigtmanuskript Mt 05.04.2020


Onlineandacht am 29. März 2020

Predigtskript vom 29.03.2020, Matthäuskirche; Text: Markus 6,30-44

Der Text den wir gerade aus dem Markusevangelium gehört haben, diese Erzählung über die Speisung der Fünftausend ist sicher einer der bekanntesten Wundertexte im neuen Testament, sehr plastisch vor Augen. Für mich hat dieser Text mit der Frage etwas zu tun: „Was mache ich aus meinem Leben?“ Denn in diesem Text geht es um Lebens-Mittel. Das ist eine der wichtigsten Fragen, die man in seinem Leben überhaupt beantworten muss, die Frage: „Was mache ich aus meinem Leben?“

  1. Meine Lebens-Mittel.

Dieses blaue Kästchen stellt mein Leben dar. Und in meinem Leben habe ich Lebensmittel, Mittel zum Leben geschenkt bekommen. Da sind die zwei Fische, die ich jetzt einmal nicht weiter bezeichne. Und da sind fünf Brote, Lebens-Mittel, die Gott mir gibt. Leben ist ein Geschenk! Gott gibt zum Beispiel das Lebens-Mittel Zeit, das Lebens-Mittel Talente, ebenso wie Geld, alles andere an Besitz und schließlich natürlich auch meine Beziehungen. All das sind Gaben, Geschenke, die wir in unserem Leben von Gott bekommen haben. Das macht unser Leben aus, das ist unser Lebens-Potenzial.

So wie die Jünger zu Jesus kommen und ihre Lebensmittel zu Jesus bringen, das, was sie haben, so ist mein Leben mit den Lebens-Mitteln bestückt, die nun einmal da sind. Vielleicht hat der ein oder andere den Eindruck: Na ja, so viel ist das gar nicht verglichen mit anderen. Aber es ist meist mehr als man denkt. Das ist also das eine, das in unserem Leben wichtig ist: Unser Leben ist voller Potenzial, voller Lebens-Mittel.

  1. Eine wichtige Entscheidung.

Das Zweite, um das es hier dann aber in diesem Bericht geht, ist: Wie gehe ich mit diesen Lebens-Mitteln um, mit dem, was ich im Leben habe? Wie geht ich mit meinem Leben um, was mache ich daraus? Und dabei geht es um eine wichtige Entscheidung. Eine mögliche Entscheidung: Ich kann mein Leben in meine Hand nehmen. Das ist ja gar keine so schlechte Entscheidung, immer noch besser, als wenn ich fremd gesteuert würde, als wenn irgend ein Tyrann mein Leben in der Hand hätte. Der Nachteil dabei ist: wenn ich mein Leben in die Hand nehme, dann bleibt alles Potenzial auch in meiner Hand.

Die zweite Möglichkeit – und das ist die, von der im Text geredet wird – lautet: ich lege mein Leben in die Hand von Jesus. Genau das tun die Jünger mit ihren fünf Broten und zwei Fischen. Sie legen ihre Lebensmittel, ihr Potenzial in die Hand von Jesus, geben es aus ihrer eigenen Hand heraus. Manche Menschen haben Angst vor dieser Entscheidung. Das muss nicht immer etwas mit Jesus zu tun haben. Aber immer, wenn sie etwas aus der Hand geben und in die Hände von anderen legen, hat das etwas mit Vertrauen zu tun. Und wir sind von Natur aus misstrauisch in dieser Hinsicht. Wir geben nicht gerne unser Auto in die Autowerkstatt ab, weil wir unsicher sind, ob man da wirklich nur macht, was nötig ist oder viel mehr oder zumindest mehr berechnet. Also nehmen wir am liebsten die Dinge selbst in die Hand, so gut wir das können.

Aber grundsätzlich müssen wir diese wichtige Entscheidung treffen. Jesus stellt seine Jünger vor diese Entscheidung: „Gebt ihr ihnen doch zu Essen, macht etwas aus eurem Potenzial!“ Und die Jünger sagen: „Das ist zu wenig. Fünf Brote und zwei Fische, was ist das schon für diese Menschenmenge?“ Aber dann treffen sie eine wichtige Entscheidung: sie legen das, was sie haben, in die Hand von Jesus. Und dann machen sie …

  1. … eine interessante Erfahrung.

Wenn ich meine Lebens-Mittel in meiner Hand behalte, mache ich folgende Erfahrung: sie werden nicht mehr, es bleiben quasi fünf Brot und zwei Fische. Natürlich würden von diesen fünf Broten und zwei Fischen einige satt, vielleicht in diesem Fall eben der Kreis der Jünger und Jesus, also sagen wir mal: 13 Leute. Für 13 Leute reicht das aus, was die Jünger dabei haben, es war schließlich ihr Abendessen, das sie noch zur Verfügung hatten für den Rest dieses Tages. Aber diese Lebens-Mittel verbrauche sich. Irgendwann ist nichts mehr da. Das, was dann hinterher noch übrig bleibt, sind ein paar Krümel und einige Fischgräten, mehr nicht. Das ist die Konsequenz, wenn ich die Entscheidung treffe: Ich will alles in meiner Hand behalten. Alles verbraucht sich.

Wenn ich dagegen die Dinge in die Hand von Jesus lege, investiere ich das, was mein Leben ausmacht in das, was Jesus daraus machen kann. Was die Jünger erleben, ist etwas völlig anderes, als das, was man erlebt, wenn man die Dinge in der eigenen Hand behält. Sie erleben, dass sich die Lebensmittel nicht einfach verbrauchen, sondern dass sie sich vermehren. Und viele, viele Menschen – so lesen wir – werden satt an diesem Tag, nicht nur dreizehn, sondern mindestens 5000 Menschen, durch das, was die Jünger in die Hände von Jesus gelegt haben. Und damit noch nicht genug: am Schluss bleiben noch zwölf Körbe mit Resten übrig. Wer Angst hat, zu kurz zu kommen, wenn er sein Leben, sein Lebens-Potenzial in die Hand von Jesus legt, seine Lebens-Mittel, die er von Gott bekommen hat, der erlebt bei dieser Geschichte, dass sogar noch etliches übrig bleibt. Er erlebt Segen und Fülle.

Wo also ist mein Leben besser aufgehoben: in meinen eigenen Händen oder in den Händen von Jesus. Von dem, was die Jünger damals erlebt haben, an diesem See, mit über fünftausend Menschen, kann man nur sagen: Das, was ich Jesus in die Hände lege, bei ihm investiere, daraus wird Segen und Fülle. Das, was ich in meinem Leben festhalte, verbraucht sich

einfach nur. Jesus hat das einmal in etwa so gesagt: Wer krampfhaft festhalten will, der hat am Ende nichts mehr in der Hand, wer aber seine Hände öffnet und abgibt in die Hände von Jesus, der ist hinterher der große Gewinner – und andere mit ihm.

[Und hier ist das Flipchart-Bild zur Predigt:]


Onlineandacht am 22. März 2020

 

Es ist wirklich eine ziemlich schräge Angelegenheit gewesen. Horrorfilm-Enthusiasten hätte sie vielleicht sogar irgendwie begeistert. Zumindest war es eine ziemlich große Schwei-nerei. Lesen Sie selbst:

https://www.die-bibel.de/bibelstelle/Markus5,1-20/GNB/

Noch unheimlicher wird das Ganze, wenn man es sich plastisch vor Augen führen lässt:

https://www.youtube.com/watch?v=nV1WNGBqa5w (für Animations-Liebhaber)

https://www.youtube.com/watch?v=WItDTE-a3SM (wer’s realer mag)

Zwei Gedanken gehen mir nach, wenn ich an diesen Heilungsbericht aus Markus 5 denke:

Da ist zum einen dieser Mann, der mit seinen Dämonen kämpft – und diesen Kampf immer und immer wieder verliert. Er ist geradezu die Illustration zu einer Selbsterkenntnis, die den Apostel Paulus im Römerbrief einmal fast verzweifelt ausrufen lässt (Römer 7,19+24): „Ich will eigentlich Gutes tun und tue doch das Schlechte; ich verabscheue das Böse, aber ich tue es dennoch. … Ich unglückseliger Mensch! Wer wird mich jemals aus dieser tödlichen Gefangenschaft befreien?“ Wer kennt das eigentlich nicht? In Trickfilmen wird dieser Kampf gerne etwas niedlich mit Engelchen und Teufelchen auf den Schultern dargestellt, wobei auch dort meist das Teufelchen gewinnt. Wer aber unter seinen Schattenseiten, seinen offenen oder versteckten Leidenschaften, seiner speziellen Sucht, seinem persönlichen „Mr. Hyde“ leidet und einfach nicht aus seiner Haut kann, der fühlt sich mit dem Besessenen aus Markus 5 irgendwie solidarisch: den Kampf gegen unsere persönlichen Dämonen verlieren wir doch immer wieder. Und es geht uns genau wie diesem „Besessenen“: wir schaden damit uns und anderen. Obwohl wir doch genau das eigentlich ganz und gar nicht wollen! Wer hilft jemandem, dem es so geht? Wer ist stärker als unsere Dämonen? – Das ist die gute Nachricht dieses Bibelabschnittes: Jesus ist stärker als sogar eine ganze „Legion“ Dämonen. Jesus ist – damals wie heute – die Hoffnung für alle, die sich selbst so gerne ändern würden, aber nicht wirklich ändern können!

Zum anderen sind da diejenigen, denen diese grandiose Heilung ebenso grandios ihr Geschäft verhagelt. 2000 Schweine hat sie das gekostet! Und deshalb wollen sie Jesus möglichst schnell loswerden. Nicht auszudenken, was dieser Mann möglicherweise sonst noch an Schaden anrichten würde! – Es ist sogar in diesen Tagen manchmal eigenartig, wie oft Heilung und Finanzen in einem Atemzug genannt werden, wie sehr das Geld die Debatten um die Spielpausen im Sport letztendlich doch dominiert. Was ist ein Menschenleben wert? Den Menschen in der Gegend von Gerasa jedenfalls offensichtlich keine 2000 Schweine. Was sind wir Jesus wert? In der Passionszeit denken wir genau an diese Frage. Dass wir frei werden zum Leben ist Jesus sein eigenes Leben wert. Nicht nur hypothetisch, virtuell, sondern ganz real am Kreuz. Da lässt er nicht andere den Preis zahlen, sondern zahlt ihn selbst. Damit hat Jesus den Maßstab gesetzt, welchen Wert jedes Menschenleben hat. Vielleicht bringt uns die momentane Krise ja auch das wieder näher.


Onlineandacht am 15. März 2020
Plötzlich war es ganz still. Seltsam still. Eine Stille, die genau das Gegenteil von Totenstille war: voller Leben, Hoffnung und Glück. Und trotzdem stand ihnen eine ebenso seltsame Frucht ins Gesicht geschrieben. Sie hatten eigentlich geglaubt, ihn zu kennen. Aber nun flüstern wie einander zu: „Wer ist er eigentlich?“

Gerade noch hatte um sie herum das pure Chaos getobt, das ihnen Todesangst eingejagt hatte. Und dann reichen drei Worte, um aus dem Todeschaos von Sturm und aufgewühlter See diese lebendige Stille zu machen: „Schweig und sei still!“ Nur drei Worte! Und tatsächlich geschieht genau das. „Wer ist er eigentlich? Sogar Wind und Meer gehorchen ihm!“ Die Jünger von Jesus sind ebenso erleichtert wie ratlos.

Es ist eine der bekanntesten Episoden, die sie mit Jesus erlebt haben. Eine besonders plastische Geschichte, die in keiner Kinderbibel fehlt. Nachzulesen zum Beispiel im Markus-Evangelium, mit dem wir uns momentan in unsern Gottesdiensten beschäftigen, hoffentlich möglichst bald wieder auch in der Matthäuskirche (Originaltext: Markus 4,35-41).

Man vergisst diesen Bericht nicht so schnell, hat Bilder vor seinem inneren Auge und kann sich mehr als an anderen Stellen mit den Jesus-Jüngern identifizieren und mitleiden. Möglicherweise deshalb, weil es irgendwie auch unsere Geschichte ist und es uns selbst manchmal wie diesen Männern im Boot geht. Der Tag war lang und anstrengend gewesen. Sie waren müde, wollten eigentlich nur noch kurz über den See Genezareth an eine Stelle fahren, wo sie in Ruhe schlafen konnten. Da wird es plötzlich dunkel, ein Sturm zieht wie aus dem Nichts auf, hohe Wellen werfen das Boot hin und her. Das Wasser, das über die Bordwand schießt, ist nicht schnell genug wieder hinaus zu bekommen. Das Boot droht zu sinken. Und Jesus? So grotesk sich das liest: er liegt hinten im Heck und schläft, während um ihn herum die pure Panik ausbricht.

Solche Zeiten kennen viele von uns. Das Leben ist ohnehin gerade schon anstrengend genug – und dann kommt es „ganz dicke“. Wir versuchen, mit dem Chaos in unserem Leben irgendwie fertig zu werden, haben aber den Eindruck, wir schaffen das nicht. Und irgendwann (warum eigentlich nicht schon eher?) denken wir – wie die Jünger – an Jesus und wenden uns an ihn. Aber unser Gebet ist dann oft ähnlich wie das, was die Jünger damals Jesus vorwerfen: „Meister, interessiert es dich eigentlich gar nicht, dass wir total am Ende sind?“

Irgendwie scheint es, als hätte Jesus nur darauf gewartet, dass seine Leute endlich aufhören, es ohne ihn schaffen zu wollen. Er steht auf, spricht jene drei Worte und bringt Ruhe ins Chaos. – Ich kenne das gut, ja, sogar als Pastor: die Herausforderungen des Lebens allein meistern zu wollen. Meine Erfahrung dabei: das Leben bleibt irgendwie anstrengend, egal wie sehr ich mich bemühe, egal wie viele kluge Ratschläge aus „Simplify your life“ ich umzusetzen versuche.

Aber ich habe eben auch diese andere Erfahrung gemacht: Jesus meine Situation anvertraut, ihm mein Chaos und meine Hilflosigkeit in die Hände gelegt – und dann sehr konkret erlebt, wie Jesus die Dinge ordnend in die Hand nimmt. „Wer ist er eigentlich?“ Die Antwort liegt so sehr auf der Hand: der, der am Anfang der Zeiten mit seinem Wort die Schöpfung ins Leben rief. In Jesus ist Gott uns nah wie nirgends sonst. Nur ein Gebet weit weg. Und kann sogar Stille mitten in unserem Herzen schaffen. Wir brauchen das, wir brauchen ihn, gerade jetzt!